DEUTSCHLAND 2013

Vorhang auf

In seinen frühen Jahren war der Bewegtfilm als Attraktion auf Jahrmärkten zu bewundern. In Schaubuden wurde Film als Ergänzung der frühen optischen Illusionen wie Dreidimensionalität vortäuschenden Stereoskope genutzt, um das vergnügungsfreudige Volk in Erstaunen zu versetzen.

Erst die Erfindung des Cinématographe der Gebrüder Lumière und des Kinetoskopen, der im Auftrag Thomas Edisons entwickelt wurde, machten Filmvorführungen im größeren Maßstab denkbar. Das Medium Film verbreitete sich so vor allem in Frankreich und den USA. Erst in Gasthäusern und Hotels, bald darauf in den ersten Lichtspielhäusern.

Film ab

So wurden Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Deutschland erste Lichtspielhäuser erbaut, die trotz der geringen Größe – meist verfügten diese lediglich über einen einzelnen kleinen Vorführraum – als Lichtspiel-Paläste angepriesen wurden.

Dieses kleine Lichtspielhaus wurde bereits im Jahr 1909 in einer kleinen Stadt in Ost-Deutschland errichtet und 1910 fertiggestellt. Zur ersten Kinovorstellung öffnete das Lichtspielhaus Ostern 1912 seine Tore. Auf den 250 Sitzplätzen des Kinosaals wurde gelacht, geweint und mitgefiebert. Noch bis 1991 wurden hier Filme wie Frau Holle, Crocodile Dundee und Meine Stiefmutter ist ein Alien aufgeführt. Vor knapp 22 Jahren fiel dann der letzte Vorhang.

Der Vorhang fällt

Trotz mehrerer Verkaufs- und Versteigerungsversuche steht das Kinematographen-Theater bis heute leer. Das Alter ist dem Kino, das immer noch zwei Projektoren und etliche Filmrollen beherbergt, anzumerken. Ein Investor, der das Lichtspielhaus wieder in Betrieb nehmen will, soll inzwischen gefunden sein. Wann die erste Vorstellung den für heutige Verhältnisse kleinen Kinosaal wieder füllt, steht allerdings noch in den Sternen.

 

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