DEUTSCHLAND 2013

Militärgeschichte

Die Geschichte des ehemaligen Militärstandorts reicht weit zurück. Die schon 1877 als Artillerie-Schießplatz in Betrieb genommen, wurden die Truppenübungsplätze ab 1910 schrittweise ausgebaut. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Kasernenanlagen, ein Fernsprech- und Telegrafenamt und eine Infanterieschule. Um mehr Platz für weitere militätische Einrichtungen zu schaffen, wurde die Bevölkerung bereits ab 1907 umgesiedelt.

Weltkrieg die Erste

Zu Beginn des ersten Weltkriegs mauserte sich der ehemalige Schießplatz unter dem Namen “Haus der Offiziere” zum Sitz des Hauptquartiers der Reichswehr. Zur Ertüchtigung der Soldaten wurde eine kaiserliche Turnanstalt errichtet, die noch bis 1945 als Heeressportschule genutzt wurde. Lazarette, Kasernen und Munitionslager erweiterten den Übungsplatz stetig zu einem der wichtigsten Militärstandorte des Landes.

Weltkrieg die Zweite

1933, kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde auf dem Militärgelände der erste Panzerverband der deutschen Wehrmacht stationiert. Auch die Heereskraftfahrschule wurde in das Haus der Offiziere verlegt. Ab 1935 entwickelten sich die militärischen Komplexe schließlich zum Hauptquartier des Heeres und des Oberkommandos der Wehrmacht. Nach Kriegsende übernahm schließlich die rote Armee das Regiment im Haus der Offiziere.

Russische Besatzung

Auch die russischen Besatzer erkannten das Potenzial der Militäranlagen und errichteten hier den Sitz ihres Oberkommandos. Es entstand der größte sowjetische Militärstandort außerhalb Russlands. Auch heute zeugen Wandmalereien, architektonische Erweiterungen und nicht zuletzt die überdimensionale Lenin-Statue vor dem Haupteingang von dieser Zeit.

Doch mit dem Abzug der russischen Streitkräfte nach der Wiedervereinigung von West- und Ost-Deutschland folgte der Stillstand. Die Militäranlagen sind inzwischen vollkommen vereinsamt. Im leergepumpten Becken der Schwimmhalle hängen immer noch die Bahnbegrenzungen in der Luft. Das ehemalige Theater hat immer noch Strom, jedoch kein Publikum mehr. In den Tanzsälen, Marmorhallen und Korridoren ist es still geworden.

 

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