DEUTSCHLAND 2013

Erziehung ist alles

Am nördlichen Rand des Harzes gelegen, steht versteckt im Wald der gigantische Gebäudekomplex einer ehemaligen „nationalpolitischen Erziehungsanstalt“ – die im  Volksmund bis heute Napola genannt wird. Sie war eine von 39 Internatsoberschulen, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung gegründet worden waren.

Bei der Grundsteinlegung, wurde die Anlage zum Prototyp einer neuen Gemeinschaftserziehungsstätte erklärt, von denen im Reich noch mehr errichtet werden sollten. Doch dazu kam es nie. In dem Eliteinternat wurden bis 1945 über 350 Schüler zu willigen Nationalsozialisten herangebildet – für den Dienst an Volk und Staat. Mit Ende des Dritten Reiches verschwand auch die Napola, das Gebäude aber blieb.

Einzug des Sozialismus

Während der DDR nutzte die SED das Areal als Parteischule. Im Komplex lebten bis zu 600 Schüler gleichzeitig. Den Anwohnern war der Zutritt verwehrt.

Die DDR ist Geschichte

Nach der Wende wurden die Gebäude bis 2005 von etlichen Fachschulen genutzt. Seitdem die letzte Schule auszog, steht der riesige Komplex im Harz leer.

Seit Mitte der neunziger Jahre steht die Anlage unter Denkmalschutz. Daher kommt ein Abriss nicht in Frage, doch wie eine künftige Nutzung aussehen könnte, weiß bisher niemand.

 

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