BELGIEN 2013

Tod und Glaube

Die Geschichte dieser ehemaligen psychiatrischen Einrichtung geht bis ins Jahr 1907 zurück, in dem der letzte kinderlose Nachkomme des adligen Geschlechts das Zeitliche segnete, in dessen Besitz sich dieses großzügige Parkgelände befand. Zu dieser Zeit zierte noch kein Grundstein den ca. 35 Hektar großen Park, in dem neben der einheimischen Flora auch seltene Baumarten und exotische Pflanzen blühten.

1915 ging der Besitz schließlich an die örtliche katholische Universität, die einen Großteil des Geländes einem barmherzigen Schwesternorden überließ. Unter der Leitung des Frauenordens begann bald die Errichtung einer Klinik für geistig behinderte Frauen: Salve Mater.

Wahnsinn und Wissenschaft

Im Jahre 1927 wurde das psychiatrische Institut feierlich eröffnet. Wissenschaftler, Adlige und sogar Mitglieder der Königsfamilie waren geladen, um der feierlichen Eröffnung beizuwohnen. Bereits kurz nach Öffnung der Tore zogen die ersten Patienten in die Räumlichkeiten der Klinik Salve Mater ein und wurden hier von den Schwestern des katholischen Frauenordens gepflegt und behandelt.

Doch auch die Forschung zog in die neu eröffnete Heilstätte ein. Unter der Leitung des Chefarztes wurden noch bis 1997 Studenten der Psychiatrie ausgebildet.

Stillstand und Neuanfang

Ende der 1990er Jahre wurde die inzwischen bereits in die Jahre gekommene und nicht mehr den aktuellen medizinischen Standards entsprechende Einrichtung geschlossen. Die behandelten Patienten wurden auf die umliegenden Kliniken verteilt. Die Tore von Salve Mater schlossen sich und beherbergen bis heute noch einen Großteil des Interieurs.

In den letzten 10 Jahren wurden einige der Gebäude umgebaut und werden neu genutzt. Neben dem Atelier eines belgischen Fotografen wurde in einem der ehemaligen Komplexe der psychiatrischen Einrichtung eine Kidertagesstätte erbaut.

Drei der größeren Gebäude sind jedoch weiterhin verlassen und mehr oder minder zugänglich. In den roten Backsteingebäuden liegen immer noch zurückgelassene Psychopharmaka, medizinische Gerätschaften, Akten, Röntgenaufnahmen und auch die persönlichen Hinterlassenschaften der letzten Patienten.

 

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