BELGIEN 2014

Abgestellt und ausgemustert

Auf einem Feld in der nähe zur Luxemburgischen Grenze verrotten hunderte Autos, Lastkraftwagen und Nutzfahrzeuge.

Normalerweise kennt man diesen Anblick von Schrottplätzen und Fahrzeugverwertern. Als Schrottplatz würden wir die Traction Sud aber nicht bezeichnen, sondern eher als letzte Ruhestätte für diese ausgemusterten Rostlauben – ein Autofriedhof – vorwiegend für Militärfahrzeuge und LKWs.

Überall auf dem weitläufigen Gelände sind diese Fahrzeuge zu entdecken, vereinzelt im dichten Gras oder in Hecken, in Garagen und Hallen schlummern kleine Liebhaberstücke und ausgeschlachtete Rostlauben. Manchmal stehen sie in Reih und Glied, manchmal einfach irgendwo abgestellt, als sei zu ihrem eigentlichen Ziel lediglich der Sprit ausgegangen.

In liebevoller Umarmung

Jetzt greift die Natur nach den noch rostroten, schon moosgrünen oder bereits vollständig zugewachsenen ehemaligen Fortbewegungsmitteln die schon lange keinen Zweck mehr erfüllen. Natur und Menschenwerk verbinden sich Jahr für Jahr mehr zu einer immer engeren Symbiose. Bäume bringen mit ihren Ästen Fenster zum Zerbersten, der Regen frisst sich mit jedem Schauer tiefer in die abgenutzten Sitzbezüge.

Der Großteil dieser Automobile wird diesen Ort wohl nie wieder verlassen…

Autoverwertung vs. Autofriedhof

Der Besitzer des bewaldeten und bewiesten Grundstücks hatte es sich ursprünglich zur Aufgabe gemacht die Juwelen der letzten Jahrzehnte  zu restaurieren um sie gewinnbringend weiter zu verkaufen. Doch in den letzten Jahren scheint es so, als sei nichts mehr passiert.

Statt Autos einer neuen Nutzung zuzuführen gesellen sich immer noch weitere Rostlauben zu ihren weit älteren Leidensgenossen. Vielmehr lässt der Besitzer heute gegen kleines Geld Besucher auf sein Areal, die sich im Dickicht auf ein Abenteuer begeben – gerne auch gejagt von dem ungezogenen Wachhund des Besitzers.

 

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